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Burnout - nur Stress, Berufskrankheit oder eine Überforderung?

Ein aktuelles Forschungsprojekt ergab, dass heute über 40% der Befragten Burnoutgefährdet oder bereits betroffen sind.

Unter einem Burnout-Syndrom wird ein Zustand verstanden, der nicht nur im Zusammenhang mit einer Arbeits-tätigkeit auftritt. Vor über 50 Jahren wurde Burnout vorrangig bei Menschen in sozialen Berufen beschrieben, die sich zu sehr engagiert hatten. In unserer heutigen schnelllebigen Zeit kann es jeden treffen, sowohl alle Berufsgruppen als auch außerberuflich „Überengagierte“ (beispielsweise in der Pflege von Angehörigen oder in Ehrenämtern). Für die Tätigkeit „gebrannt zu haben“, also übermäßiges Engagement für die Tätigkeit, wird mittlerweile nicht mehr als Voraussetzung für einen Burnout erachtet.

Als typische Beschwerden werden genannt:

  • Müdigkeit

  • emotionale Erschöpfung

  • Rückgang der Leistungsfähigkeit

  • Kopfschmerzen

  • Ängstlichkeit

  • Schlafstörungen

  • Nervosität

  • Rückzug und Entfremdung im sozialen Umfeld  (z. B. Apathie, Zynismus, Reizbarkeit)

Ein Burnout-Syndrom kann Zeichen einer andauernden Überforderung sein, die zu einer Krankheit führt.
Je frühzeitiger ein Burnout erkannt wird, desto besser lässt sich dieser Zustand behandeln. Daher ist Prävention, also Vorsorge, hier die beste Therapie. Burnout lässt sich mit klaren Regeln sehr häufig vermeiden.

Die Erschöpfung eines Burnouts kann unterteilt werden in:

  • körperliche Erschöpfung: Müdigkeit, Schwächegefühl, Schlafstörungen, Energiemangel, geschwächte Abwehrkräfte sowie psychosomatische, wie auch körperliche Symptome
     

  • geistige Erschöpfung: Konzentrationsmangel, Vergesslichkeit, Verlust an Kreativität, Abbau der Leistungsfähigkeit, negative Einstellung zu sich selbst. Betroffene beschreiben dies als „ausgeliefert“ sein und sich „hilflos“ fühlen: „Meine ganze Anstrengung nützt überhaupt nichts“, „Ich habe schon alles versucht, aber ich kann an meinem Arbeitsplatz nichts verändern.“
     

  • emotionale Erschöpfung: Überdruss - alles ist zu viel, Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit, Gefühl von innerer Leere, Reizbarkeit. Betroffene fühlen sich verausgabt und erschöpft durch ihre Arbeit.
     

  • soziale Erschöpfung: sozialer Rückzug, private Kontakte werden nur noch als Belastung empfunden, Verlust von Einfühlungsvermögen, bis hin zu Selbstentfremdung (Depersonalisation)

Unternehmen und Vorgesetzte können sich zu „Zitronenpressen“ entwickeln. Sie fordern immer mehr Leistung und versprechen vieles. Durch diese scheinbare Motivation bleiben Sie, als Mitarbeiter/in, bis spät abends an Ihrem Arbeitsplatz oder im Homeoffice. Sie zögern nicht, auch am Wochenende zu arbeiten, auch wenn sie krank sind oder sich erschöpft fühlen. Um diese Eigenmotivation noch zu steigern, werden nicht selten persönliche Beziehungen hergestellt, die weit über die normale Arbeits-Beziehung hinausgehen.

 

Die gewünschte Anerkennung für erbrachte Leistungen bleibt oft aus.

Sind die Mitarbeitenden nicht mehr „rentabel“ und leistungsfähig genug, werden sie von den Vorgesetzten häufig ohne die geringste menschliche Regung entsorgt. Sie werden zu austauschbaren Schachfiguren.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erwähnte erstmalig 2022 Burnout als Syndrom im medizinischen Regelwerk ICD-11, jedoch nicht als eigenständige Krankheit.

Gekennzeichnet ist das Burnout-Syndrom in der ICD-11 durch die folgenden drei Merkmale:

  • das Gefühl von Erschöpfung / Energiemangel

  • eine zunehmende geistige Distanz oder negative Haltung oder Zynismus zum eigenen Job

  • ein verringertes Leistungsvermögen mit einem Gefühl von Ineffektivität


Viele Anzeichen von Burnout sind in einem fortgeschrittenen Stadium mit einer Depression vergleichbar, entstehen jedoch u.a. aus Erschöpfung, Überlastung, Konflikten oder Verlusterlebnissen. Es ist oft schwer, einen exakten Auslöser festzustellen.

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