Wie Covid 19 unsere Psyche und Stimmung längerfristig verändern kann

Ein freundlicher Händedruck oder eine herzliche Umarmung waren die Normalität. Wie sehr uns dies miteinander verbindet, merken wir vor allem, wenn wir Abstand halten und unsere Mimik im Alltag unter einer Maske verborgen ist.

Der menschliche Austausch, der unser Leben ausmacht, ist sehr
eingeschränkt. Seit Beginn der Pandemie fallen in schwierigen Situationen wichtige psychisch stärkende Faktoren weg. Wenn wir uns geborgen fühlen, sind wir widerstandsfähiger und halten eher auch schwere seelische Belastungen aus.

Corona traf uns überraschend und
völlig unvorbereitet. Nahe-zu von heute auf morgen änderte sich unser selbstbestimmtes Leben: Beruf, Schule, Kinderbetreuung, aber auch Spontanität, soziale Distanz, erschwerte Reisen oder eingeschränkte Familien- und Freizeitaktivitäten.

Angst, Ungewissheit, Hoffnungslosigkeit

- wie soll es weitergehen ?

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Jeder von uns erlebt derzeit die gleiche Situation. Dennoch nimmt sie jeder für sich ganz individuell wahr. Waren wir vor der Pandemie psychisch gesund, scheint sich innerlich eine Saite anzustimmen. Diese kann sich zeigen durch:

  • Angst die Eltern, Großeltern oder sich selbst anzustecken,

  • Einsamkeit, Niedergeschlagenheit oder Erschöpfung,

  • Zukunftsängste, Unsicherheit oder Hoffnungslosigkeit,

  • Reizbarkeit, Wut oder Aggression,

  • übersteigen der eigenen Belastungsgrenze,

  • Wegfall gewohnter Tagesabläufe,

  • Streit und Konflikte in der Familie,

  • fehlende Rückzugsmöglichkeiten,

  • Panikattacken.

In dieser Pandemie können sich Angststörungen, chronische Ängstlichkeit, Depressionen, akute Belastungsstörungen, Alkohol- und Medikamenten-abhängigkeit oder Zwangsstörungen entwickeln. Doch Sie sind in dieser Situation nicht allein - laut den gesetzlichen Krankenkassen stieg die Zahl der psychischen Leiden sprunghaft an (über 80%).

 

Durch die Psychotherapieforschung ist bekannt: Je länger Krisen und lebensbedrohliche Ereignisse dauern, desto eher sind die psychischen Widerstandskräfte überfordert und es kann zu körperlichen und seelischen Erkrankungen kommen.

Was kann mir helfen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen?

  • sozialen Rückzug vermeiden: in sprachlichem Austausch mit Familie, Freunden und Bekannten bleiben - anderen berichten, wenn es mir nicht gut geht. Das Mitteilen von Erlebnissen und Gefühlen hilft mehr, als wir für möglich halten!

  • Tagesstrukturen erhalten trotz Home-Office, Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit: einen regelmäßigen Rhythmus von Arbeit, Pausen, Familien- und Freizeit finden.

  • in Bewegung bleiben: sich körperlich fordern, sanft oder ausdauernd - dies entspannt, körperlich und seelisch.

  • sich ablenken: alles, was Sorgen vergessen lässt, ist eine Pause zum Durchatmen für die Psyche und gibt einen Perspektivenwechsel zu ständigem Grübeln und sich Ängstigen.

  • in einer Partnerschaft: über die eigenen Wahrnehmungen und Gefühle sprechen. Konflikte ansprechen und Verständnis aufbringen.

  • Konsum von Nachrichten und sozialen Medien auf ein gesundes Maß reduzieren: sich Zeit für die Menschen und Dinge nehmen, die einem selbst und anderen gut tun.

In diesen Fällen sollte ich mir Hilfe suchen:

 

  • Fühle ich mich erschöpft, einsam, niedergeschlagen oder hoffnungslos - wie soll es weitergehen?

  • Versuche ich, die aktuelle Situation mit Alkohol, anderen Drogen oder Tabletten in den Griff zu bekommen?

  • Grüble ich einen großen Teil des Tages über meine Sorgen und Befürchtungen nach?

  • Hat die häusliche Gewalt zugenommen?

  • Habe ich Rituale entwickelt, z.B. noch häufigeres Händewaschen oder mehrmaliges Messen der Körpertemperatur, für die ich viele Gedanken und Zeit aufwende?

Leider sind die Wartezeiten auf einen Therapeuten mit gesetzlicher Kassenzulassung durch die aktuelle Krise von mehreren Monate auf weit über ein Jahr angestiegen.

Gerne bieten wir Ihnen zeitnah eine wertschätzende und einfühlsame Begleitung in dieser schweren Zeit in unserer Gemeinschaftspraxis in Bad Abbach (nahe Regensburg und Kelheim) an. In einem
kostenlosen telefonischen Erstgespräch (Dauer ca. 30 Minuten) gehen wir auf Fragen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ein. Sie erreichen uns persönlich jeden Montag von 8:30 bis 9:00 Uhr sowie jeden Donnerstag von 19:30 bis 20:00 Uhr. Oder vereinbaren Sie einen individuellen Termin für ein kostenfreies Beratungsgespräch.